Qualitätsmanagement und Diversity

1 Wer wir sind

Der Querschnittsbereich Qualitätsmanagement und Diversity besteht aus Andrea Broens (Carl von Ossietzky Universität Oldenburg) und Lisa Eifert (Fraunhofer Academy München) und befindet sich unter der Leitung von Prof. Dr. Heinke Röbken (Carl von Ossietzky Universität Oldenburg) und Dr. Roman Götter (Fraunhofer Academy München). Der Querschnittsbereich leistet zentrale Unterstützung bei der Konzeption, Erprobung und späteren Umsetzung der zu entwickelnden Studienprogramme. Es werden Konzepte im Bereich Qualitätssicherung und Diversity für das gesamte Verbundprojekt entwickelt.

2 Die Bedeutung von Qualitätsmanagement

Der Qualitätsnachweis von Studienprogrammen erfolgt bislang im Rahmen von Programmakkreditierungen, die Mindeststandards prüfen und noch nicht auf die spezifischen Bedürfnisse berufsbegleitender Studierender zugeschnitten sind. Unterhalb der Studiengangsebene unterliegt die Hochschulweiterbildung im Unterschied zu anderen öffentlich geförderten Weiterbildungsanbietern bislang keinen externen Qualitätsnachweisen.

Dies erklärt, warum wissenschaftliche Weiterbildung bei Unternehmen eher negativ konnotiert ist und als starr und unternehmensfern eingeschätzt wird. Gleichzeitig werten Personal- und Organisationsentwickler mittlerer und großer Unternehmen die Vermittlung neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse mit großer Mehrheit hoch, bzw. sehr wichtig ein. Moderne Formen des Wissenstransfers, die sich in unternehmensbezogenen Lerninhalten, handlungsorientierten Lernformen und spezifischen, auf Wissenstransfer in Lernnetzwerken ausgerichteten Lerndesigns zeigen, haben für Unternehmen einen höheren Stellenwert als Vorlesungen durch zwar renommierte, didaktisch und methodisch aber wenig überzeugende Fachvertreter. Spitzenhochschulen und Spitzenwissenschaftler gelten ihnen zwar als bevorzugte Kooperationspartner, aber nur, wenn sich die Reputation auch in der Qualität der Angebote, bspw. in Flexibilität, Praxisrelevanz und Aktualität, ausdrückt.

Kooperationen zwischen Hochschulen und Unternehmen in Fragen der Mitarbeiterqualifizierung und betrieblichen Personalentwicklung gewinnen aktuell an Bedeutung. Allianzen zwischen Hochschulen, anderen Bildungsanbietern und Unternehmen nehmen zu. Auch steigt das Interesse von Unternehmen am Outsourcing ganzer Programme, nachdem die an Corporate Universities geknüpften Erwartungen sich vielfach nicht erfüllt haben. Mit Blick auf internationale Erfahrungen dürften es insbesondere die forschungsstarken Bereiche sein, die für Unternehmen und ihre betriebliche Nachwuchsförderung interessant sind.

3 Woran wir arbeiten

Berufsbegleitende Studiengänge und Zertifikatsprogramme müssen spezifische Qualitätskriterien aufweisen, um den Bedürfnissen der Teilnehmer/-innen gerecht zu werden. Die besonderen Qualitätsmerkmale leiten sich aus dem Blended-Learning-Konzept ab, bei dem die Studienorganisation speziell auf die Bedürfnisse von Berufstätigen sowie Studierenden mit Familienpflichten angepasst wird. Zur Sicherung von qualitätsbezogenen Maßnahmen in weiterbildenden Studiengängen können die Verbundpartner bereits auf einige Instrumente zurückgreifen. Andere hingegen müssen weiterentwickelt und mit den Bedürfnissen nicht traditioneller Studierender in Einklang gebracht werden. Bisherige Ansätze der Qualitätssicherung in der Weiterbildung umfassen z.B. die durchgängige Modularisierung der Angebote, Anrechnungsverfahren, Mentoren- und Dozentenschulungen, standardisierte Befragungen zur Kursevaluation sowie die externe Qualitätssicherung der Studiengänge durch Programmakkreditierung.

Da Programmakkreditierungen in Deutschland bislang allerdings kaum die Bedürfnisse von berufsbegleitenden Studierenden in den Blick nehmen, sind sie für die Etablierung einer hochwertigen mint.online-Kooperationsmarke nicht hinreichend. Vor diesem Hintergrund ist es ein zentrales Ziel des Qualitätsmanagements, zielgruppengerechte Qualitätsstandards für die geplanten Programme zu entwickeln. Die Qualitätskriterien wurden sowohl für die Kurs-, und Programmebene als auch für die Organisationsebene formuliert. Die zweite Förderphase dient vor allem der Weiterentwicklung und Optimierung des Qualitätsinstruments durch Expertinnen und Experten, verbundinterne Reviews und Pilotprojekte innerhalb des Verbundes. Darüber hinaus soll u.a. auch ein Erhebungsinstrument für eine Verbleibstudie konzipiert werden, um im Sinne eines ganzheitlichen Qualitätsmanagements aus den Befragungsergebnissen von Absolventinnen und Absolventen mögliche Optimierungsbedarfe für die Studienprogramme ableiten zu können.

Eine zentrale Qualitätsdimension, welche sich als Metaebene über alle Qualitätsstandards legt, ist das Diversity-Management. Im Verbundprojekt wird derzeit der weitere Ausbau von Gleichstellungsmaßnahmen und deren Anpassung an die Bedürfnisse der MINT-Studierende angestrebt. Hierzu werden Expertinnen und Experten befragt, um herauszuarbeiten, welche Diversity Aspekte insbesondere für die wissenschaftliche Weiterbildung in den MINT-Fachdisziplinen besonders relevant sind. Ziel ist es, im Rahmen der zweiten Förderphase ein Diversity-Konzept zu entwickeln, welches den aus der heterogenen Zielgruppe resultierenden Herausforderungen Rechnung tragen kann. Teilweise können die Verbundpartner auf bereits etablierte Gleichstellungsmaßnahmen zurückgreifen. Nach dem 3. CEWS-Hochschulranking zur Erfassung der Qualität der Gleichstellungspolitik wurden bspw. die Universitäten Oldenburg und Kassel hinsichtlich der weiblichen Studierenden und Professoren in die Spitzengruppe eingeordnet. Alle beteiligten Verbundpartner bieten Betreuungsmöglichkeiten für Studierende mit Kind an. Darüber hinaus bestehen bei allen Verbundpartnern Beratungs- und Coachingmöglichkeiten für Studierende mit der Doppelbelastung Familie und Studium.

4 Kontakt

Andrea Broens
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Institut für Pädagogik
Arbeitsbereich Weiterbildung und Bildungsmanagement
Ammerländer Heerstraße 138
26129 Oldenburg
Telefon 0441 798 - 2042
E-Mail: andrea.broens@uni-oldenburg.de
Internet http://www.uni-oldenburg.de/paedagogig/web/

Lisa Eifert
Fraunhofer Academy
Hansastraße 27 c
80686 München
Telefon 089 1205-1515
E-Mail: lisa.eifert@zv.fraunhofer.de
Internet http://www.academy.fraunhofer.de/